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Hans Tombrock und Willi Röscheisen feiern Gebutstag

Heimatstadt vergisst Künstler (Ruhrnachrichten 28.2.2006)

Sie gehören zur "verlorenen Generation", deren Lebenspläne von den Kriegen durchkreuzt wurden. Trotzdem erlangten die beiden Dortmunder Künstler Willi Röscheisen und Hans Tombrock Berühmtheit, und Gedenktage der beiden Maler wurden und werden außerhalb ihrer Heimatstadt durchaus gewürdigt. In Dortmund weist nur der Galerist Jochen Möller mit einer kleinen Präsentation auf den 110. Geburtstag von Tombrock im vergangenen und den 100. Geburtstag Röscheisens in diesem Jahr hin.
Auf die Freundschaft, die der 1895 in Dortmund-Benninghofen geborene Hans Tombrock im schwedischen Exil mit Bert Brecht geschlossen hatte, bezog sich eine Ausstellung im Berliner Museum Nicolaihaus. Sie dokumentierte die fruchtbare Zusammenarbeit des Dichters und des Malers in der Ausnahmesituation des Exils. Und gab einen umfangreichen Überblick über Tombrocks Werk, das sich mit gesellschaftlichen Strukturen und Machtverhältnissen auseinander setzte und von den Nationalsozialisten als "Entartete Kunst" verfolgt wurde. Tombrock, als Maler der Heimat-, Obdach- und Arbeitslosen bezeichnet, starb 1966 nach einem "Vagabundenleben".
In der Galerie Möller sind u. a. das expressive Gemälde eines schwedischen Bauernpaares und das geheimnisvolle Bildnis eines androgyn anmutenden Wesens aus seiner Exil-Zeit sowie eine südliche Landschaft zu sehen.
Von Willi Röscheisen hätte Jochen Möller gern mehr Bilder gezeigt. Vorläufig steht ihm aber nur der "Zecher" zur Verfügung. In den klaren kraftvollen Linien des Holzschnitts hat der Künstler, der 1906 in Dortmund geboren wurde und dort 1972 starb, eine Kneipen-Szene festgehalten. Die Flasche Wein, das erhobene Glas, das (Skizzen) - Buch auf dem Tisch weisen den Mann als Künstler aus. Ein Hauch von Boheme liegt über der ganzen Szene. Zwei Röscheisen-Ausstellungen wurden gerade im Museum am Dom in Würzburg und in der Galerie im Morgner Haus in Soest eröffnet. SK

Die Arbeiten von Tombrock und Röscheisen können (neben einer Ausstellung Horst Beckings) in der Galerie Möller, Kampstraße 45, besichtigt werden: Mo-Fr 9.30-18 Uhr, Sa 9.30-1 4 Uhr.

 
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